Meister, Fachwirte & Co.: Beruflich Qualifizierte profitieren finanziell fast ihr ganzes Leben.
Der Trend zum Studium ist weiter ungebrochen – 24% der Erwerbstätigen studierten. Die Fachkräftelücke im Bereich der beruflich Qualifizierten wird weiterhin bestehen bleiben.
Ein Grund für die Annahme nach höheren Bildungsabschlüssen ist, dass Akademiker*innen mehr Geld verdienen.
Stimmt das wirklich? Am Ende des Berufslebens haben Akademiker*innen und Personen mit höherer Berufsbildung (z. B. Industriemeister, Bachelor Professional) fast gleich viel verdient.
Viele Akademiker*innen beginnen das Berufsleben mit ca. Mitte 20, während dessen Personen nach der Schule mit Ausbildung und anschließender höherqualifizierenden Berufsbildung bereits zu diesem Zeitpunkt über einen finanziellen Vorsprung verfügen. Akademiker*innen gelingt mit ca. 50 Jahren erst spät, diese Lücke zu schließen.
DIHK/Dossier:
Akademische vs. Berufliche Bildung:
- Einstiegsgehälter von Akademikern variieren stark (Rechtsanwälte 59.000€/brutto – Architekten 42.000€/brutto – Sozialpädagogik deutlich weniger, …)
- Ausbildete Fachkräfte verdienen mehr als angenommen (Bankkaufleute 42.000€/brutto – Chemikant 46.000€/brutto – Industriemeister/Bilanzbuchhalter 80000€/brutto)
- Berufliche Weiterbildung schützt vor Arbeitslosigkeit: Arbeitslosenquote bei Akademiker*innen liegt bei 2,9%, bei Fachkräften (Techniker/Meister) bei 1,2%. Zudem bekommen
Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung sowie einem Abschluss der Höheren Berufsbildung leichter einen unbefristeten Vertrag: So wurden 2023 vier von zehn Hochschulabsolventen beim Berufseinstieg befristet eingestellt, während 72% der dual Ausgebildeten einen unbefristeten Vertrag erhielten. - Akademischer Abschluss kein Garant für adäquate Beschäftigung: Bachelor-Absolventen arbeiten insg. zu 15% in Berufen, in welchen kein akademischer Abschluss benötigt wird, bei Uni-Bachelor-Abschlüssen sind es 24% (inadäquat beschäftigt). 91% der universitären Master-Absolventen und 80% der Personen mit dualer Ausbildung sind adäquat beschäftigt.
Weitere Vorteile der höheren Berufsbildung:
- Mehr Budget- und Personalverantwortung für beruflich Höherqualifizierte: finanzielle Verbesserung und höhere Positionen mit größerer Verantwortungs- und Aufgabenbereich. 59% haben Projekt-, Gruppen- oder Teamleitung inne und zu 45% sind sie Vorgesetzte.
- Höhere Berufsbildung bringt auch persönlich weiter: 90% haben persönliche Vorteile einer höheren Berufsbildung, wie z. B. Blickwinkel-Erweiterung, besseres Verständnis, gewonnene Souveränität (-> soft skills).
- Berufliche Bildung hat Vorteile beim Übergang Ausbildung in den Beruf. Azubis fühlen sich im Gegensatz zu Hochschulabsolventen gut vorbereitet: 60% profitieren von den Praxisanteilen der Ausbildung, bei Akademikern sind es 34%, die sich gut bis sehr gut vorbereitet fühlen.
Quelle: https://www.dihk.de/de/dossiers/berufliche-weiterbildung-lohnt-160490 (geöffnet am 22.01.2026).
