Im Mittelpunkt des Zukunftstages 26.11.2025 in Potsdam stand die Frage, wie Lernen als Bestandteil einer Zukunftsstrategie in Unternehmen genutzt werden kann.
Lernen ist eine strategische Ressource in einer sich wandelnden Arbeitswelt, geprägt durch Digitalisierung, demografische Veränderungen und technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz oder die Veränderung von Prozessen und der Wegfall bzw. Neuentstehung von Tätigkeiten.
Anforderungen an neue Kompetenzen steigen. 2025 nutzten nur ca. 11% der KMUs KI aktiv, daraus ensteht ein Anpassungsdruck.
Welche Kompetenzen werden benötigt? Wie bleibt man handlungs- und zukunftsfähig?
Besonders für KMUs ist diese Frage entscheidend. Eine Antwort – auch für KMUs ist: Ausbau des informellen Lernens – da es direkt im Arbeitsalltag stattfindet, flexibel ist und Mitarbeitende befähigt, eigenständig Wissen aufzubauen.
Typisch für informelles Lernen sind u. a.: eigenständiges Erproben, Anwenden von Problemlösungsstrategien, Austausch mit anderen Personen und die eigene Reflexion über die Arbeitsleistung.
Im Zukunftsgespräch wurden folgende 4 Thesen diskutiert:
1. Lernen beginnt bereits im Arbeitsalltag: zwischen 70%-90% des Lernens am Arbeitsplatz erfolgt informell. Es ist wirksam, da es bedarfsorientiert, selbstgesteuert und praxisnah erfolgt. Mitarbeitende lernen genau das, was sie für die Arbeit benötigen.
2. Fehlerfreundliche Umgebungen fördern Lernen. Psychologische Sicherheit ermöglicht es Mitarbeitenden, Fehler als Lernimpulse zu nutzen und offen zu kommunizieren. KMUs können psychologische Sicherheit und gelebte Fehlerkultur durch Prinzipien z. B. Aufrichtigkeit, Kommunikation und offenen Informationsfluss gezielt fördern. Eine fehlerfreundliche Kultur schafft das ideale Fundament für Innovation und permanente Weiterentwicklung.
3. Lernbereitschaft bei Mitarbeitenden ist grundsätzlich vorhanden. 63 % wollen aktiv aus dem eigenen Lernprozess lernen und 94 % kennen ihre Wissenslücken.
Es fehlen oft organisatorische Rahmenbedingungen wie z. B. anerkannte Lernzeiten als Arbeitszeiten, klare Regeln und geeignete Räume. In diesem Kontext kommt Führungskräften eine zentrale Bedeutung zu, da sie die Lernfortschritte aktiv begleiten und soziale Unterstützung gewährleisten.
4. Eine strategische Lernkultur im eigenen Betrieb fördert den Kompetenzaufbau der Mitarbeitenden. Unternehmen, die Lernen in den Arbeitsalltag integrieren, stärken Kompetenzentwicklung, Mitarbeiterbindung und Innovationsfähigkeit. Das reduziert die Abhängigkeit von externen Fachkräften und es entsteht Raum für Innovation: Die Entwicklung kreativer Lösungsansätze erfordert eine Kultur des Wissenstransfers, einen positiven Umgang mit Fehlern und den Mut zur Innovation. Unter diesen Bedingungen wird das Lernen zu einer strategischen Ressource.
Fazit: Lernkultur erfordert Zeit, Haltung und Vertrauen. Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle, indem sie Lernräume schaffen, Verantwortung teilen und Lernbereitschaft vorleben. Lernkultur entsteht langfristig durch gelebte Werte und kontinuierliche Investitionen in Beziehungen. Wer im Unternehmen individuelle Stärken fördert und Lernfortschritte transparent macht, stärkt die fachliche Entwicklung und bindet Mitarbeiter langfristiger.
Praxisreport (PDF) – Lernen im Fokus: ein unterschätzter Schlüssel zur Fachkräftesicherung: https://www.zukunftszentrum-brandenburg.de/wp-content/uploads/2026/04/Praxisreport_Lernen.pdf (geöffnet am 20.05.2026).
Quelle: https://www.zukunftszentrum-brandenburg.de/zukunftstag-lernen/ (geöffnet am 20.05.2026).
