DIE Bonn, weiter bilden (01/2025): Nutzungsweisen, Chancen, Herausforderungen und Perspektiven. KI konfrontiert das Bildungssystem mit neuen Anforderungen an Kompetenzen und Qualifikationen, Lehr- und Lernprozesse, Leistungsmessung und Prüfungsformate, Qualitätskontrolle und Zertifizierung von Bildungsmaterialien und -medien.
Was genau bedeutet die Nutzung von KI für die Weiterbildung? Welche Veränderungen bringt sie mit sich? Und welche Potenziale und Risiken sind damit verbunden?
Eine Beantwortung dieser Fragen kann man auf 3 Ebenen betrachten:
1) Makroebene – gesamtes Bildungssystem mit gesellschaftlichen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen.
* KI kann helfen, große Weiterbildungsdatenbanken zu erstellen und zu verwalten
* KI kann Trends analysieren (Bildungsstrategie)
* KI kann gezielte Förderprogramme für Benachteiligte entwickeln (OER-Lernpfade)
2) Mesoebene – Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Organisationen, die Bildungsangebote bereitstellen
* KI kann Verwaltungsprozesse automatisieren (Kursanmeldung, Kommunikation mit Teilnehmenden, Weiterbildungsberatung)
* KI kann Routineaufgaben übernehmen (Erstellung von Programmtexten, Recruitierung von Dozent*innen, Marketingaufgaben)
3) Mikroebene – direkter Nutzen für Lernende, individuelle Ebene
* KI für Personalisierung des Lernprozesses nutzen (individuelle Lerninhalte und Lernpfade, Aufgabenstellung, Aufgabenblätter, Motivierung)
* KI für Lehrende: KI gestützte Lernmanagementsysteme zur Überwachung des Lernfortschritts mit Rückmeldungen
Denkbar sind Verknüpfungen der 3 Ebenen, z. B. So könnten beispielsweise Angebote, die auf einer großen Weiterbildungs-Plattform hinterlegt sind, nicht nur von einer KI verwaltet werden, sondern über die Implementierung einer Sequenzierungs-KI zu individualisierten Lernpfaden verknüpft werden, sodass auf der Mikro-Ebene aus der Vielfalt der Angebote jeweils zu den Bedarfen und Bedürfnissen der Lernwilligen passende Lernpfade entstehen.
Zugleich könnte KI auf der Meso-Ebene die Einrichtungen dabei unterstützen, ihre Angebote mit den passenden Metadaten auszustatten, um sie auf der Plattform zu hinterlegen und auffindbar zu machen.
Die nachfolgenden Ergebnisse der Studie zeigen die Nutzung von KI im Weiterbildungsbereich auf:
* 90% haben bereits (generative) KI in der Arbeit genutzt
* knapp 50% fühlen sich im Umgang mit KI sicher
* 70% möchten sich bzgl. KI in den nächsten Monaten weiterbilden (= wichtiges Thema für Arbeitgeber, Bildungsträger und Politik).
Die vom MSB ins Leben gerufene Task Force „KI im Bildungswesen“ gibt folgende Empfehlungen:
1) Fortbildungsangebote für Personal (Lehrende, Dozent*innen, Planende und administrative Fachkräfte, Freiberufler*innen, …): Schaffung von wissenschaftsbasierten (auch niedrigschwelligen) Weiterbildungen zur Förderung von KI-Kompetenzen
2) Etablierung eines Kompetenznetzwerks „KI in der Bildung“ als zentrale Anlaufstelle: Förderung des Wissenstransfers zwischen Forschung und Praxis, Initiierung gemeinsamer Projekte und Unterstützung des Austauschs über bewährte Praktiken
3) Innovationsförderung durch Modellprojekte und Reallabore: für Forschung und Erprobung von KI in der praktischen Anwendung.
4) Jährlicher Fachtag zur Vorstellung und Diskussion: Zusammenbringen von Akteuren in der Weiterbildungsbranche
Quelle: weiter bilden – GEN KI, Heft 01/2025: https://www.die-bonn.de/doks/weiterbilden/2025/GenKI.pdf (Seite 19-22, geöffnet am 26.08.2025)
