In diesem Artikel beleuchten wir die Unterschiede zwischen Weiterbildung, Fortbildung und Umschulung. Im täglichen Sprachgebrauch sind diese Begrifflichkeiten nicht eindeutig und oft wird Weiterbildung als Oberbegriff oder Synonym verwendet.
Weiterbildung:
Überblick:
- Job-Bezug: muss nicht in Bezug zum (aktuellen) Job stehen
- Schwerpunkt: thematische Ausrichtung wird selbst gewählt (nicht vom Arbeitgeber)
- Vorwissen: keine Vorkenntnisse erforderlich
- Beschäftigungssituation: in jeder Lebensphase und beruflicher Situation durchführbar (z. B. Elternzeit, Arbeitslosigkeit, Festanstellung, Selbständigkeit)
- Dauer: häufig umfangreicher als eine Fortbildung, z. B. mehrere Monate
- Abschluss: Zertifikat, welches die erworbenen Qualifikationen bescheinigt
- Ziel: Erweiterung des Qualifikationsprofils zur Eröffnung besserer Jobperspektiven (z. B. Ende Arbeitslosigkeit, Schritt zur Selbständigkeit, Weiterkommen im aktuellen Job, …)
- Finanzierung:
- in der Regel nicht vom Arbeitgeber
- Kosten trägt häufig der/die Weiterbildungsteilnehmer*in
- staatliche Förderung möglich, z. b. über das Qualifizierungschancengesetz oder Bildungsgutschein bei Arbeitslosigkeit (Agentur für Arbeit, Jobcenter)
Beispiele:
*Freizeitaktivität Yoga, dann macht man berufsbegleitend dazu eine Weiterbildung (Yogalehrer), um danach dann nebenberuflich als Yogalehrer zu arbeiten.
*In der Elternzeit macht man eine berufsähnliche Weiterbildung, die einen interessiert. Diese könnte ggf. später nach der Elternzeit in den aktuellen Beruf einfließen. (z. B. als Marketing-Manager eine Grafikdesign-Weiterbildung).
Fortbildung:
Der Begriff ist im Berufsbildungsgesetz geregelt. Die Fortbildung erhält und erweitert die beruflichen Qualifikationen und steht in Zusammenhang mit der aktuellen beruflichen Tätigkeit. Voraussetzungen sind: Berufsabschluss und Berufserfahrung.
Unterschieden wird zwischen
- Anpassungsfortbildung: Aktualisierung des bestehenden Wissens (z. B. technische Neuerungen, andere Geräte, neue Software, andere Arbeitsabläufe, …).
Ziel: In der bestehenden Position auf dem Laufenden und handlungsfähig bleiben - Aufstiegsfortbildung: Ziel: beruflicher Aufstieg (z. B. Abschluss als Meister, Techniker, Fachwirt, Betriebswirt, …)
- Erhaltungsfortbildung: Auffrischung vorhandenen Wissens
- Erweiterungsfortbildung: Kennenlernen eines weiteren Zweiges des bisherigen Berufsfeldes
Überblick:
- Job-Bezug: steht in Bezug zur aktuellen Beschäftigung
- Schwerpunkt: thematische Ausrichtung wird in der Regel vom Arbeitgeber gewählt
- Vorwissen: Berufsabschluss und/oder Berufserfahrung
- Beschäftigungssituation: in der Regel nur bei einem Angestelltenverhältnis
- Dauer: in der Regel wenige Tage bis wenige Wochen. Bei der Aufstiegsfortbildung mehrere Monate oder Jahre
- Abschluss: Teilnahmebescheinigung, Zertifikat. Bei der Aufstiegsfortbildung Erwerb eines Titels (Meister, Techniker, Fach- oder Betriebswirt)
- Ziel: Erhalt und Erweiterung der beruflichen Qualifikation, Spezialisierung im derzeitigen Beruf
- Finanzierung: Kosten trägt in der Regel der Arbeitgeber
Beispiele:
*Marketingmanager soll Elternzeitvertretung in social media machen. Deshalb eine Fortbildung im Bereich social media Marketing.
*Handwerker wird den Betrieb der Eltern übernehmen. Deshalb eine Aufstiegsfortbildung zum Meister.
Umschulung:
Eine Umschulung wird von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter dann bewilligt, wenn der aktuelle Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann (gesundheitliche Gründe, Beschäftigungsfähigkeit in diesem Beruf ist langfristig nicht mehr gegeben, Arbeitssuchende, die in ihrem Beruf nicht vermittelbar sind). Eine Umschulung ist ein beruflicher Neuanfang, also eine neue Ausbildung mit Berufsabschluss.
Überblick:
- Job-Bezug: ist nicht vorhanden, berufliche Neuorientierung
- Schwerpunkt: wird im Beratungsgespräch gewählt
- Vorwissen: keine Vorkenntnisse erforderlich
- Beschäftigungssituation: arbeitssuchend oder von Arbeitslosigkeit bedroht
- Dauer: mehrere Monate bis Jahre
- Abschluss: anerkannter Berufsabschluss
- Ziel: Beschäftigungsfähigkeit sichern oder neu herstellen
- Finanzierung: Förderung mit dem Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit, Jobcenter)
Beispiele:
*Gelernte Altenpflegerin hat Bandscheibenvorfall und kann körperlich nicht mehr arbeiten. Umschulung z. B. zur Kauffrau für Büromanagement (sitzende Tätigkeit)
*Handwerker in aussterbender Branche wird den Job verlieren, d. h. Umschulung in zukunftsträchtigem Beruf
Quelle: https://www.kursfinder.de/ratgeber/weiterbildung-fortbildung-umschulung-was-ist-was-22002 (geöffnet am 24.07.2025)
